„Wie sieht's aus, Herr Bischof?“

Zur besseren Mitwirkung und -entscheidung Ehrenamtlicher sollen auch die kleinen Kirchengemeinden erhalten bleiben

„Wie sieht's aus, Herr Bischof?“ Fast zweihundert Mitglieder der Kirchengemeinderäte und Wahlausschüsse, ehemalige Rätinnen und Räte und Interessierte aus dem Dekanat feierten zunächst eine Andacht in der Dekanatskirche St. Petrus Canisius und hörten Bischof Gebhard Fürst im Anschluss im Haus der kirchlichen Dienste zu und kamen mit ihm ins Gespräch. Vertreter auf dem Podium erzählten, was sie derzeit beschäftigt. Engagierte aus dem Publikum forderten den Gast aus Rottenburg mit ihren Fragen heraus. Hintergrund der Veranstaltung war eine Veranstaltung zur Wahl der kirchlichen Gremien im nächsten Jahr.

Beifall erhielt Bischof Gebhard Fürst für die Zusicherung, dass die Seelsorgeeinheiten mit ihren 1020 Kirchengemeinden in der Diözese nicht zusammengelegt werden. „Wenn man Kirche nur in einem entfernten Zentrum erlebt, wo man hinfahren muss, ist mir das zu wenig", betonte er. Für eine lebendige Kirche vor Ort brauche es jedoch die aktive Beteiligung Ehrenamtlicher im Kirchengemeinderat, der in Rottenburg-Stuttgart ein Entscheidungsgremium ist.

In seinem Eingangsstatement verwies zuvor Landrat Lothar Wölfle vom Bodenseekreis auf die gesamtgesellschaftliche „Glaubenskrise“. Wenn mehrere Fachleute aus verschiedenen Institutionen beispielsweise übereinstimmend feststellen, dass ein kranker Baum gefällt werden muss, gründe sich eine Initiative, die das nicht glaubt. Er warb für mehr Vertrauen, das dem anderen nicht gleich Böses unterstellt. Hier seien auch die vielen Ehrenamtlichen gefragt. Albert Elbs, langjähriger Kirchengemeinderat und gewählter Vorsitzender in Ailingen, machte deutlich, dass gerade die Gewinnung und die Pflege Ehrenamtlicher heute eine der größten Herausforderungen sei. Für ein funktionierendes Ehrenamt brauche es gute unterstützende Strukturen und besetzte hauptamtliche Stellen, ergänzte Karin Winkler aus Laimnau.

Ihr als "Reingschmeckte" habe das Engagement in der Kirchengemeinde sehr geholfen im Dorf Fuß zu fassen, erklärte Winkler, die als Ansprechpartnerin für Migration und Integration im Landratsamt Ravensburg arbeitet. Andererseits sei es schwer für so eine große Organisation hinzustehen. Die Schwierigkeit "sein Gesicht hinzuhalten und sich fragen zu lassen: Bei dem Laden machen Sie mit?", das konnte Bischof Fürst gut verstehen. Er versprach weiterhin alles ihm Mögliche zu tun, um Missbrauchsfälle transparent aufzuarbeiten und weitere durch verstärkte Prävention zu verhindern.

Rainer Reischmann war etliche Jahre Ministrant. Durch sein Engagement in der Dekanatsleitung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hat er eine ganz andere Form von Kirche kennengelernt. Er wünschte sich, dass mehr junge Menschen die Vielfalt der Gottesdienstformen entdecken können. Bischof Fürst verwies auf die Jugendspirituellen Zentren in der ganzen Diözese, die als Ergebnis eines Gespächsprozesses zwischen Jugendvertretern und Diözesanleitung enstanden seien.

Dass für Jugendliche die Wahlperiode von fünf Jahren ein langer Zeitraum ist, konnte der Bischof nachvollziehen. Als Anregung für die nächste Reform der Kirchengemeindeordnung nahm er mit, über ein alternatives Nachrückverfahren für ausgeschiedene Jugendvertreter nachzudenken, welches sich nicht an der nächsthöchsten Stimmenzahl orientiert. Ein noch größeres Hindernis Jugendliche für die Mitarbeit zu gewinnen hat die kroatische muttersprachliche Gemeinde. Die jungen Mitglieder hätten oft nur die deutsche Staatsbürgerschaft und könnten somit nicht für den Pastoralrat kandidieren, erklärte Melanie Grbać.

Als Brückenbauerin zu den deutschsprachigen Gemeinden der Seelsorgeeinheit Mitte nutzt Grbać im Blick auf die jungen Christen vor allem auch die sozialen Medien für die Glaubensweitergabe. Als große "Chance für die Kirche, zusammen mit der Jugend um die Zukunft zu kämpfen", nannte Bischof Fürst das Thema Klimawandel. Er mahnte, den Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung in den Kirchengemeinden noch stärker zu forcieren.

Vertreterinnen der Reformbewegung Maria 2.0 forderten die Zulassung von Frauen auch zu den Weiheämtern. Was die Diakoninnen betrifft sicherte ihnen der Bischof seine Unterstützung zu. Die Möglichkeit für Priesterinnen sehe er in der katholischen Kirche aktuell jedoch nicht. Er wünsche sich aber eine stärkere Sichtbarkeit von Frauen gerade auch in der Liturgie durch die Präsenz aller Dienste im Altarraum.

Auf den Einwand aus dem Publikum, dass sich die Kirche weniger um Strukturfragen kümmern, sondern die Verkündigung des Evangeliums in den Vordergrund stellen solle, räumte Bischof Gebhard Fürst ein: "Das Heil ist von diesen Fragen sicher nicht abhängig, aber sie sind wichtig für die Glaubwürdigkeit."

Kirchliche Wohnraum-Initiative erhält € 300.000 Fördermittel von der Diözese

Wohnraum ist in unserer Region knapp. Nicht nur Geflüchtete, sondern auch für bereits hier lebende Menschen mit geringem Einkommen tun sich schwer mit der Wohnungssuche. Die zentrale Aufgabe der Wohnraumoffensive „HEREIN“ der Caritas Bodensee-Oberschwaben ist es, für diese Menschen ein Zuhause zu finden. Herein steht dabei für HERberge und EINtreten – also für Menschlichkeit und Nächstenliebe.  Dafür sucht die Wohnrauminitative Eigentümer von Wohnungen oder Häuser, die risiko- und aufwandsarm vermieten möchten. Die Caritas garantiert die Auswahl zuverlässiger Mieter ebenso wie die Miete. Die Bedürftigkeit der Wohnungssuchenden wird ebenfalls von der Caritas geprüft.

Das Konzept und der bisherige Erfolg des Projekts hat die Diözese Rottenburg-Stuttgart überzeugt. Deshalb wird die Initiative aus dem Förderfonds „Bezahlbarer Wohnraum“ mit € 301.783 für die Jahre 2019 / 2020 / 2021 gefördert.

Caritas Bodensee-Oberschwaben
„Kirchliche Wohnraumoffensive Oberschwaben“

Georgstr. 27, 88212 Ravensburg
Mobil: 0176-136256-56
Tel: 0751-359089-13
E-Mail: kopittke.l@caritas-bodensee-oberschwaben.de
www.herein-kirche.de

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„Uns schickt der Himmel“ — 72-Stunden-Aktion des BDKJ 2019

In 72 Stunden die Welt ein Stückchen besser machen. Bei der 72-Stunden-Aktion engagieren sich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene 72 Stunden lang eigenverantwortlich und selbstorganisiert in einem sozialen Projekt. Der Grundgedanke der Solidarität im Einsatz für Andere und mit Anderen steht in diesen drei Tagen im Fokus.

Die Aktion ist eine Gemeinschaftsaktion aller Diözesan- und Jugendverbände des BDKJ in Deutschland und startete in allen 27 Diözesen am 23. Mai 2019 um 17:07 Uhr und endete am 26. Mai 2019 um 17:07 Uhr.

An Deutschlands größter Sozialaktion 2019 beteiligten sich bundesweit über 160 000 Kinder und Jugendliche. Zu den rund 20.000 in Baden-Württemberg angemeldeten Teilnehmenden kamen noch tausende Helferinnen und Helfer dazu. Besonders durch Reportagen, Hilferufe und Musikwünsche über des Aktionsradios SWR3 wurde auch einmal mehr deutlich: Einsatz steckt an. Ganze Ortschaften machten sich mobil, um Unmögliches in den letzten Stunden wahr zu machen. Neben Freunden, Eltern, Nachbarn beteiligten sich auch viele Handwerksbetriebe, Firmen und Einzelpersonen spontan unentgeltlich an der Sozialaktion.

Im Dekanat Friedrichshafen haben 14 Aktionsgruppen mit insgesamt ca. 300 Teilnehmer*innen an der 72-Stunden-Aktion teilgenommen. Schirmherren der Aktion waren Landrat Wölfle und Dekan Herbinger.

Bei der gemeinsamen Auftaktveranstaltung auf dem Buchhornplatz in Friedrichshafen wurden die Teilnehmer*innen auf die kommenden 72 Stunden eingestimmt und haben ihre Pakete mit den Projektaufgaben überreicht bekommen. Die Projekte hat der Koordinierungskreis, der aus insgesamt 13 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen bestand, im Vorfeld geplant und koordiniert. Die Gruppen haben ihre Projekte mit viel Ehrgeiz, Energie und Teamgeist umgesetzt. So sind mehrere Gartenanlagen in Altersheimen und Wohngruppen der Stiftung Liebenau und der Herberge, ein Backhäuschen im Langenargener Feriendorf, mobile Bänke für das Don Bosco Haus, ein Sandkasten für Kinder im Rollstuhl für die Tannenhabschule, Großspiele aus Holz für soziale Einrichtungen, Rollstuhlrampen aus Lego für mehr Barrierefreiheit in der Fußgängerzone und viele Blühstreifen und Insektenhotels in Ettenkirch entstanden. Außerdem wurden Spendenprojekte für ein evangelisches Jugendprojekt und die Kinderstiftung umgesetzt, eine Kleider-Tausch-Party veranstaltet und 72 gute Taten in 72 Stunden umgesetzt. Die erfolgreiche Umsetzung aller Projekte wurde zum Schluss bei einem gemeinsamen Abschlussgottesdienst im Garten von St. Petrus Canisius gefeiert.
 

„Uns schickt der Himmel“ — 72-Stunden-Aktion des BDKJ 2019

Bei der 72-Stunden-Aktion engagieren sich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene 72 Stunden lang eigenverantwortlich und selbstorganisiert in einem sozialen Projekt. Der Grundgedanke der Solidarität im Einsatz für Andere und mit Anderen im direkten sozialen Umfeld steht in diesen drei Tagen im Fokus.

Auch bei uns im Dekanat haben sich dieses Jahr 14 Gruppen mit insgesamt 300 TeilnehmerInnen angemeldet.

Die Aktion startet mit einer zentralen Auftaktveranstaltung am 23. Mai um 15:55 Uhr auf dem Buchhornplatz in Friedrichshafen. Ab 17:07 Uhr haben die teilnehmenden Gruppen dann 72 Stunden Zeit, ihr Projekt umzusetzen.

Das Dekanat Friedrichshafen gratuliert und wünscht Gottes reichen Segen für dieses besondere Amt

Ordinariatsrat Dr. Gerhard Schneider (50) wird neuer Weihbischof. Papst Franziskus hat jetzt einem entsprechenden Wunsch von Bischof Dr. Gebhard Fürst entsprochen.Der gebürtige Ulmer studierte nach dem Abitur zunächst Betriebswirtschaftslehre und arbeitete für einige Jahre bei der Deutschen Bundesbank, bevor er sich für die Priesterlaufbahn entschied. Ab 1995 studierte Gerhard Schneider in Tübingen und Rom Theologie. 2002 wurde er zum Priester geweiht. Von 2004 bis 2009 wirkte er als Repetent am Wilhelmsstift in Tübingen in der Priesterausbildung mit und übernahm dann die Leitung des Propädeutischen Seminares Ambrosianum. Seit 2017 sitzt Gerhard Schneider als Ordinariatsrat und Leiter der Hauptabteilung für Liturgie und Berufungspastoral in der Sitzung des Bischöflichen Ordinariates. Die Weihe des neuen Bischofes findet auf alle Fälle noch vor den Sommerferien im Juli statt. 

Haushaltsplan 2019 und Jahresrechnung 2018

Der Dekanatsrat des katholischen Dekanats Friedrichshafen hat in seiner Sitzung vom 19. März 2019 den Haushaltsplan 2019 beschlossen und die Jahresrechnung 2018 festgestellt:

Die Jahresrechnung 2018 schließt ab in Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt mit € 123.975,73 sowie Einnahmen und Ausgaben im Haushalts des BDKJ-Jugendreferat von € 199.512,21. Die Einnahmen und Ausgaben im Vermögenshaushalt belaufen sich auf € 0,00.

Der Dekanatshaushalt 2019 mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von € 100.613 und einem durch Umlage auf die Kirchengemeinden zu deckenden Fehlbedarf von € 57.093 wurde einstimmig beschlossen.

Der Haushaltsplan 2019 und die Jahresrechnung 2018 lagen von Montag, 25. März bis Freitag, 12. April 2019 während der Öffnungszeiten der Dekanatsgeschäftsstelle im Haus der Kirchlichen Dienste, 2.OG, Katharinenstraße 16 in Friedrichshafen zur Einsichtnahme aus. Ebenso lagen die Prüfbemerkungen zu den Jahresrechnungen 2011 - 2017 zur Einsichtnahme aus.

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Die Wahlversammlung wählte unter der Leitung von Domkapitular Monsignore Paul Hildebrand aus Rottenburg den bisherigen stellvertretenden Dekan, Bernd Herbinger, zum neuen Dekan. Er ist seit 2006 der Pfarrer der Seelsorgeeinheit Mitte und seit 2010 Vorsitzender der Gesamtkirchengemeinde in Friedrichshafen. Als Stellvertreter wiedergewählt wurde Josef Scherer, Pfarrer der Seelsorgeeinheit Meckenbeuren. 

Mit Wirkung vom 1. Juli 2018 tritt der neue Dekan sein Amt an.

Pressemitteilung vom 20.04.2018