30 Jahre im Dienst für den Menschen

RAVENSBURG / Friedrichshafen – Vor 30 Jahren wurde die Telefonseelsorge Oberschwaben-Allgäu-Bodensee ins Leben gerufen. Seitdem können Menschen mit kleinen und großen Sor-gen rund um die Uhr jemanden erreichen, der da ist und zuhört. Zum Festakt brachten zahl-reiche Kooperationspartner von Kirchen und Politik Dank und gute Wünsche mit.

Der Vorsitzende der Telefonseelsorge Oberschwaben-Allgäu-Bodensee, Bernhard Vesenma-yer aus Eriskirch, dankte allen Ehrenamtlichen, die bis heute Dienst am Telefon tun, ebenso allen finanziellen Unterstützern: Dies sind neben der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart und der evangelischen Landeskirche Württemberg, zahlreiche Städte in der Region und die Landkreise Biberach, Ravensburg, Lindau, Sigmaringen und der Bodenseekreis. Eine wichtige Säule in der Finanzierung sind inzwischen auch Sponsoren aus der Wirtschaft. 

Als Vertreter der beiden Kirchen sprachen Kirchenrätin Dorothee Godel und Diözesanbeauf-tragter für die Telefonseelsorge, Andreas Senn. Senn zeigte sich beeindruckt von den Erzäh-lungen der Telefonseelsorger. Häufig bekommen diese am Ende des Gesprächs gesagt „Wenn es Sie nicht gebe, hätte ich niemanden“. Kirchenrätin Godel betont, dass die Kirche nur dort Kirche ist, wo sie für  Menschen da ist.

Für die unterstützenden Landkreise sprach der Ravensburger Landrat Kurt Widmaier auch im Namen der Nachbarlandkreise „Lob, Dank und Anerkennung zum Jubiläum“ aus. Es stimme ihn nachdenklich, dass die Anzahl der Telefonkontakte im letzten Jahr gestiegen sei. „Das heißt, immer mehr Menschen haben keinen Ansprechpartner, mit dem sie über Probleme reden können!“

Aus dem Kreis der ehrenamtlichen Telefonseelsorger gaben Iris Bott und Rainer Schulz den Gästen Einblick in ihren Dienst am Telefon. „Ich interessiere mich für den Menschen und seine Lebensgeschichte“. „Ich möchte den Menschen in der Not beistehen und sie begleiten“, so beschrieben sie ihre Motivation für ihr Engagement.

Vor dem Festvortrag von Prof. Dr. Helga Kohler-Spiegel aus Dornbirn mit dem Thema „Der Seele Raum geben“, gab die Leiterin der Telefonseelsorge, Dr. Gabriela Piber, einige Schlag-lichter zum Jubiläum: „411.112 Telefonkontakte wurden in den vergangenen 30 Jahren von den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entgegengenommen. Davon waren rund 270.000 Seelsorge- und Beratungsgespräche (66%)“. Es seien in den 30 Jahren 395 Mit-arbeitende in der Telefonseelsorge in Ravensburg ausgebildet worden. „Da immer mehr Menschen Rat und Hilfe zuerst und zum Teil auch ausschließlich im Internet suchen, erfolgte 2007 der Einstieg in die Mailseelsorge und 2009 auch in die Chatseelsorge“ erklärte Piber. Sie dankte vor allem den Mitarbeitenden, die zum Teil seit 30 Jahren der TS die Treue halten. „Die Mitarbeitenden sind das Kapital der Telefonseelsorge. Für mich ist es ein Glück und eine Bereicherung, mit Euch arbeiten zu dürfen“, so Piber abschließend.