Bischöfe eröffnen „Woche für das Leben“

Mit einem ökumenischen Gottesdienst in Friedrichshafen eröffneten Bischof Gebhard Fürst, der evangelische Landesbischof Otfried July und Pastor Dominic Schmidt von der evangelisch-methodistischen Kirche am 19. April 2015 die diesjährige „Woche für das Leben“. Sie steht in diesem Jahr unter dem Leitwort „Sterben in Würde“.

Sterben ist Teil des Lebens und der Mensch hat auch in der letzten Lebensphase ein Recht auf Würde. Diese Botschaft zog sich wie ein roter Faden durch die Auftaktveranstaltung. Für Leben im Gottesdienst sorgte der Gospelchor „Almost Heaven“ der evangelischen Schlosskirche unter der Leitung von Sönke Wittnebel. Wer an diesem herrlichen Sonntagnachmittag dabei war, erlebte eine nachdenklich machende, emotional anrührende Feier in einer vollbesetzten Schlosskirche.

Zu den bewegendsten Momenten im Gottesdienst gehörten die Statements von Frauen und Männern aus Friedrichshafen, die beruflich oder im Ehrenamt mit sterbenden Menschen zu tun haben: Sozialdiakon Bernd Strohmaier, der mit Hälfler Bürgern zu tun hat, die in vielfältiger materieller und psychischer Armut leben, Beate Zimonczek von der Friedhofsverwaltung, die bei Trauerfeiern oft am Grab von Menschen ohne Angehörige steht; Ulrich Gresch und Ute Mayer berichteten vom Alltag im Pflegeheim und Pflegedienst, Brigitte Tauscher-Bährle und Birgitta Radau vom Leben und Sterben im Hospiz.

In der Einführung in den Gottesdienst betonte Landesbischof July, dass unsere Gesellschaft alles tun müsse, damit sich Menschen in ihrer letzten Lebensphase nicht alleingelassen fühlen. Er dankte allen, die in Hospizen, in Altenheimen, in Caritas und Diakonie dafür sorgen, dass die Menschen in Angst und Ausweglosigkeit gut begleitet werden. In diesem Zusammenhang hob er die Bedeutung einer guten Palliativmedizin hervor, die hilft, Schmerzen zu lindern und Lebensqualität zu erhalten.

Auch wenn für viele Menschen heutzutage zu einem Sterben in Würde gehört, dem Leben selbstbestimmt ein Ende setzen zu können, so wolle die Kirche nicht eine Hilfe   z u m    Sterben, sondern Hilfe   i m    Sterben geben, so Bischof Fürst in seiner Predigt. Er berichtete von Besuchen und Gesprächen im Hospiz, wo er erfahren habe, dass Menschen im Sterben ungeahnte Kräfte zuwachsen können, wenn sie spüren, dass jemand an ihrer Seite ist, der sich für sie Zeit nimmt: „Wo Menschen im Sterben Zuwendung erfahren, entsteht eine neue Lebensqualität.“

Seit mehr als 20 Jahren steht die „Woche für das Leben“ für den Wert und die Würde menschlichen Lebens und seinen Schutz in allen Lebensphasen. Grundlage dabei ist das Vorbild Christi und seine bedingungslose Zuwendung zu den Menschen – insbesondere zu den Schutzlosen und Ausgegrenzten. Die Woche für das Leben will auf die vielfältigen Gefährdungen des Lebens hinweisen und für seine Schutzwürdigkeit in allen seinen Phasen sensibilisieren. Sie wird gemeinsam von der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland verantwortet.