Dekanatstag gibt Rückenwind für die Ökumene

„Ein ermutigendes Zeichen für die Ökumene im Dekanat!“, so freute sich Dekan Reinhard Hangst, als er am letzten Freitag im Januar über 90 Interessierte zum diesjährigen Dekanatstag im Gemeindehaus Meckenbeuren begrüßen durfte. Viele waren gespannt, was die ehemalige Pfarrerin von Meckenbeuren, Dr. Christiane Kohler-Weiß, zum Thema Reformationsjubiläum zu sagen hatte.

Wer da war, erlebte einen spannenden, kurzweiligen Vortrag einer Frau, die eine „große ökumenische Weite ausstrahlt“, so der Eindruck eines anwesenden Pfarrers. „Da bekommt man neu Lust, sich in der Ökumene zu engagieren!“, so formulierte es der 2. Vorsitzende des Dekanatsrats in seinem Dankeswort am Ende des Nachmittags.

 „Was gibt es nach 500 Jahren Reformation eigentlich zu feiern?“, fragte die Beauftragte der evangelisch-württembergischen Landeskirche für das Reformationsjubliläum, Christiane Kohler-Weiß: eine Kirchengründung, eine Kirchenspaltung oder eine Kirchenerneuerung? Wird das Jubiläum womöglich zu einer „Herausforderung für die Ökumene“, wie der Titel Ihres Vortrags lautete. Darf man dieses Ereignis guten Gewissens feiern, oder sollte man des Auslösers der Reformation lediglich gedenken, wie dies teilweise in katholischen Kreisen gesagt wird? Die Antwort der Referentin war klar: Es sei ein Jubiläum und dieses müsse gefeiert werden – und wenn es nach ihr gehe, am besten ökumenisch, also mit katholischen und freikirchlichen  Christen zusammen, denn „es ist unsere gemeinsame Geschichte“. Weder evangelische noch katholische Kirchen könnten diese einschneidende Epoche der Kirchengeschichte für sich alleine reklamieren, denn die Reformation habe alle christlichen Kirchen in ihrer weiteren Geschichte beeinflusst. Bei allen positiven Impulsen der Reformation, die die Referentin aufzeigte, gelte es aber kritisch zur Kenntnis zu nehmen, dass in der Folge der Reformation auch viel Unglück über die Menschen gekommen sei, z.B. durch Konfessionskriege. Diese Schuldgeschichte sollte auch in den Blick kommen. Und so werden die Veranstaltungen unter den Stichworten stehen: Buße, Dank und Hoffnung. Wichtig sei bei allem, dass die Kirchen sich – bei aller Verschiedenheit – gemeinsam unter Jesus Christus stellten, denn alle seien „Glieder am einen Leib Christi“. 

Lebhaft war die anschließende Diskussion, die die Chancen dieses Jubiläums deutlich machten: für die ökumenische Zusammenarbeit in den Gemeinden und im Bemühen der Kirchen, in die Gesellschaft hinein zu wirken und mit christlichen Werten zu gestalten.

Stimmungsvoller spiritueller Abschluss des Tages war ein Taizé-Gebet, zu dem Pfarrer Josef Scherer und Gemeindereferentin Mirjam Niedermaier in die Kirche einluden.

 

Die Planungen für das Jubiläumsjahr laufen in ganz Deutschland auf vollen Touren. Wer wissen möchte, was im Ländle geplant ist, wird fündig unter www.reformation-wuerttemberg.de.