Diöezsanrat diskutiert über die Zukunft der Kirchengemeinden

Im Vordergrund des Projekts stehen die Orientierung an der heutigen Lebenswirklichkeit und die Nähe zu den Menschen. „Wir wollen mehr Pastoral, mehr Spiritualität, mehr Handelnde, mehr Vielfalt in der Gestaltung von Kirchengemeinden“, sagte Generalvikar Clemens Stroppel. Ausgehend von Praxisbeispielen diskutierten die Diözesanräte vor allem Fragen der Organisationsstruktur und Gemeindeleitung.

Derzeit „verpuffe“  zuviel pastorale und visionäre Energie in Strukturen und Verwaltung. Dass der Einsatz pastoraler Mitarbeiter als Ansprechpersonen in Kirchengemeinden, verbunden mit guter Teamarbeit, eine entsprechende Entlastung bewirken kann, belegte der Bericht des Pastoralteams aus Oberndorf. Dass die Delegation von Leitungsaufgaben an hauptberufliche und ehrenamtliche Laien – trotz unbesetzter Pfarrstellen – „die Kirche im Dorf lässt“ – zeigt das Beispiel der Seelsorgeeinheit Illerweihung. Auch die Reduzierung von Gremien und Sitzungsterminen, beispielsweise durch Überführung der Seelsorgeeinheit in eine Gesamtkirchengemeinde wie in Neresheim, kann mehr Freiräume für die Seelsorge schaffen.  
                                            
Weitere Themen der eineinhalbtägigen Sitzung war die Vorstellung der Prisma-Studie, die Kirchenbindung, Werte und Erwartungen der Kirchenmitglieder in der Diözese Rottenburg untersuchte. Auf dem Hintergrund der Ergebnisse diskutierte der Diözesanrat mögliche pastorale Schwerpunkte in den Haushaltsjahren 2015 und 2016. Er stellte diese unter die Überschrift „Erneuerung verwirklichen“ und signalisierte dadurch, dass die Voten und Ergebnisse aus dem Dialogprozesses umgesetzt werden sollen. Einstimmig votierte der Diözesanrat schließlich dafür, einen Diözesan-Ausschuss „Europa“ einzurichten, der sich u.a. mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit und gemeinsamer Werte in Europa befassen soll.

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Franz Brugger, Eriskirch  und Reinhilde Plath, Tettnang, Vertreter des Dekanats Friedrichshafen im Diözesanrat (Foto: Hecht-Fluhr)