Herbergssuche 2014

Prächtig gestaltete Krippen – für viele von uns gehören sie zum Advent einfach dazu: „Krippenwege“, „Krippenausstellungen“ und „Krippenfahrten“ locken Besucher an.

Mancherorts konnte man eine voll aufgebaute Krippe bereits vor dem 1. Advent bestaunen. Dabei war es früher guter Brauch, dass das Jesuskind erst am 24. Dezember in die Krippe gelegt wurde. Liebe zum Detail zeigt sich auch bei der Krippe, die das Fischbacher Team um Werner Brugger alljährlich auf dem Häfler Weihnachtsmarkt präsentiert – zur Freude vieler, nicht nur der Kinder!

Ist uns bei all dieser vorweihnachtlichen Idylle bewusst, dass die Krippe in der Geburtsgeschichte ein ungemütlicher, wenig romantischer Platz war: Maria legte ihr Neugeborenes in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz war. Der Stall ist ein kalter und unwirtlicher Ort für eine Geburt! Politische Gründe waren ausschlaggebend, dass sich Josef mit seiner hochschwangeren Frau auf den Weg in die Fremde machen musste. Freiwillig haben sich die beiden die Krippe für die Geburt ihres Kindes nicht ausgesucht.

Die Bibel ist voll von solchen „Migrations-Geschichten“ und Gott zeigt sich dabei immer als einer, der sich auf die Seite derer steht, die sich auf den Weg machen (müssen), die auf der Suche nach Heimat sind: Er ist bei den  Vertriebenen, Rechtlosen, Flüchtlingen.

Wir wissen nicht, ob sich die Weihnachtsgeschichte genauso abgespielt hat, wie Lukas sie uns erzählt. Aber die Grundaussage des Lukas stimmt: Der Weg Jesu führt von der Krippe zum Kreuz. Sein Lebensweg  verläuft an der Seite der Armen und Verfolgten; er pflegt Gemeinschaft  mit ihnen, er schaut sie an und gibt ihnen dadurch Ansehen. Das Reich Gottes, das er verkündet, gründet auf Gottes Gerechtigkeit und diese hat die Armen und Hungernden im Blick. In seiner Weltgerichtsrede identifiziert Jesus sich mit dem Fremden und Obdachlosen: „Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen“. Dieser Radikalität Jesu müssen wir uns stellen, wenn wir heute  Flüchtlingen begegnen. In ihnen begegnen wir dem Herrn. Wenn wir sie aufnehmen, nehmen wir den Herrn auf.

Viele Menschen sind derzeit auf der Flucht. Krieg und Hunger haben sie aus ihren Heimatländern vertrieben. Manche von ihnen sind inzwischen bei uns im Bodenseekreis angekommen.  Die Bemühungen vieler Menschen bei uns um eine humane Unterbringung und eine gute Willkommenskultur ist beachtlich. Indem sie ihr Herz öffnen, leben sie die Botschaft von Weihnachten: Gott wird Mensch, damit wir zu Menschen werden.