Lebendige Erinnerung an die Eröffnung des II. Vat. Konzils

Aus Anlass des 50jährigen Konzilsjubiläums stand die Dekanatskonferenz am 9. Oktober in Kehlen ganz im Zeichen des II. Vatikanums. Mit einer feierlichen Vesper wurde der Nachmittag in der Kirche St. Verena eröffnet, die geprägt durch den Aufbruch und die Liturgiereform 1968 erbaut wurde.

Orginialfilmdokumente aus der Konzilszeit stimmten in das Ereignis ein. Danach erzählten Zeitzeugen aus dem Dekanat, wie sie diesen Aufbruch in den 60ger Jahren erlebt haben: Pfarrer Kurt Hamaleser als Kaplan in Hamburg mit vollen Kirchen, vielen Jugendlichen und Menschen, die noch etwas von der Kirche erwarteten. Wendelin Elbs erinnerte sich an Jazzmessen und wie man improvisierte und organisierte, um die neuen liturgischen Vorgaben umzusetzen. Pfr. Siegbert Baumann lauschte als Student den Vorlesungen von Hans Küng, der theologischer Berater des Konzils war. Wunibald Reiner, in dieser Zeit Pfarrer in Stuttgart-Untertürkheim, erinnerte sich mit Freude an den in der Folge des Konzils möglichen ökumenischen Aufbruch. Manfred Schlichte erlebte als Student auf Bischof Leiprecht, der vom geschwisterlichen Geist des Konzils angesteckt, seinen Priesteramtskandidaten auf Augenhöhe begegnete. Pfarrer Bernhard Löffler war zur Zeit der Eröffnung des Konzils Präfekt im Ehinger Konvikt und durfte die Rottenburger Delegation nach Rom begleitet. Für ihn war besonders eindrücklich, wie die Gemeinden bereit waren, sich durch die „trockenen“ Konzilstexte zu arbeiten, um die Neuerungen zu verstehen und umzusetzen.

In allen Erzählungen war der Aufbruchsgeist des Konzils spürbar: das Vertrauen in eine von Gott geschenkte und getragene Zukunft und die für die Kirche daraus erwachsende solidarische Zeitgenossenschaft mit den Menschen heute. Gleichzeitig war die Sorge um die Kirche unserer Zeit spürbar und die Frage, was wir heute tun müssen, um die Reformanstöße des Konzils weiterzuentwickeln. „Denn Tradition heißt das Feuer zu hüten“, so Dekan Reinhard Hangst in seinem Schlusswort, „und nicht die Asche zu verwahren.: Es geht nicht darum Überkommenes der Form nach zu erhalten, sondern das Evangelium, die Frohe Botschaft Christi, lebendig, glaubwürdig und eben „heutig“ zu verkündigen und zu leben.“