„Kirche der Zukunft“ im Dekanat Friedrichshafen
Die Vertretungsgremien der einzelnen Gemeinden des Dekanats haben der Dekanatsleitung für die Neuordnung der Pastoral zwei neue Kirchengemeinden (vgl. Grafik) vorgeschlagen. Dieser Vorschlag geht nun formal noch zur Beratung an den Diözesanrat. Der Bischof wird dann Ende des Jahres die territoriale Neuordnung für die Pastoral vollumfänglich in Kraft setzen.
Die Grafik vom Dekanat Friedrichshafen zeigt die zwei neuen Kirchengemeinden.
Diözesaner Entwicklungsprozess „Kirche der Zukunft“
Die Diözese Rottenburg-Stuttgart macht sich auf den Weg und gestaltet Kirche neu
Im Frühjahr 2025 haben Bischof Dr. Krämer und der Diözesanrat – das oberste Leitungsgremium mit gewählten Vertreter:innen aus der ganzen Diözese – den Entwicklungsprozess „Kirche der Zukunft“ gestartet. Anlass dafür sind zentrale Herausforderungen wie rückläufige Mitgliederzahlen, steigende Kosten, sinkende Finanzmittel und weniger pastorales Personal.
Der Prozess umfasst aktuell die Programme
- „Seelsorge in neuen Strukturen“
- „Räume für eine Kirche der Zukunft“
- „Digitalstrategie“
- „Zentrales Prozessmanagement“
- „Organisationsentwicklung“ (Vorarbeiten und Programmstart im Laufe des Jahres 2026)
In den vergangenen Monaten haben wir von verschiedenen Projekten gesprochen, die der Prozess umfasst. Um der komplexen Struktur des Prozesses gerecht zu werden, passen wir unser Wording an und unterscheiden nun zwischen dem übergeordneten Prozess „Kirche der Zukunft“, den Programmen „Seelsorge in neuen Strukturen“, „Räume für eine Kirche der Zukunft“, „Digitalstrategie“ usw. und verschiedenen Projekten, die unter den Programmen stehen.
Die Programme arbeiten eigenständig, sind jedoch eng aufeinander abgestimmt und werden von interdisziplinären Teams verantwortet. Die Gesamtleitung des Prozesses liegt bei Stefanie Oeben, Barbara Strifler und Wolfgang Zilk Ein vom Bischof eingesetzter Steuerungskreis, in dem Vertreter:innen der Diözesanleitung, des Diözesanrats und des Priesterrats mitwirken, sorgt dafür, dass alle Programme koordiniert sind und wirkungsvoll ineinandergreifen. Der Prozess wird organisatorisch durch ein abgestimmtes Changemanagement begleitet.
Inhaltlich leitend ist ein geistlicher Visionsprozess. Hierfür wurden synodal Visionsbausteine erarbeitet: Die sieben Begriffspaare „nächstenlieb – hoffnungsvoll“, „glaubwürdig – heilsam“, „nachhaltig – erfinderisch“, „hilfreich – erreichbar“, „sinnstiftend – segensreich“, „schützend – stützend“ und „vielseitig – vernetzt“ beschreiben Eigenschaften, die die Kirche der Zukunft an vielen Orten auszeichnen. Das Begriffstrio „jesusmäßig – geistesgegenwärtig – gottvertrauend“ zeigt ihre Verbindung zu Gott auf. Alle kirchlichen Orte und Katholik:innen der Diözese sind eingeladen, diese Visionsbausteine vor Ort wirksam werden zu lassen, sich aktiv einzubringen
und die Kirche der Zukunft mitzugestalten.
Aktuelle Informationen zum Gesamtprozess und zu den einzelnen Programmen finden sich jederzeit auf der Prozess-Website kirche-der-zukunft.drs.de sowie auf den jeweiligen Programm-Websites. Der Newsletter „Kirche der Zukunft“ informiert zudem regelmäßig über neue Entwicklungen und anstehende Veränderungen. Eine Anmeldung ist unter kirche-der-zukunft.drs.de/newsletter möglich.
Seelsorge in neuen Strukturen
Ziel des Programms „Seelsorge in neuen Strukturen“ ist es, den veränderten pastoralen Anforderungen gerecht zu werden, die rückläufigen Finanz- und Personalressourcen zukunftsfähig zu verwenden und pastorales Personal und Ehrenamtliche von Verwaltungsaufgaben zu entlasten. Hierzu werden aus den aktuellen 1.020 Kirchengemeinden in der Diözese Rottenburg-Stuttgart bis zum Jahr 2030 50 bis 80 neue Kirchengemeinden (Raumschaften) durch Union gebildet.
In den neuen Kirchengemeinden wird Seelsorge vernetzt und Kirche an vielen Orten nahe bei den Menschen und ihren Lebenswirklichkeiten ermöglicht. Die aktuellen Kirchengemeinden bleiben als Kirchorte zusammen mit anderen kirchlichen Akteur:innen und Orten – etwa Jugendreferaten oder muttersprachlichen Gemeinden, Wallfahrtsorten, Verbänden oder caritative Einrichtungen – wichtige Orte des kirchlichen Lebens. Auch in den größeren Kirchengemeinden haben Katholik:innen die Möglichkeit, vor Ort Verantwortung zu übernehmen, beispielsweise in Kirchortausschüssen, Kirchortteams oder Themenausschüssen. Die neuen Kirchengemeinden sind rechtlich eine Kirchengemeinde und verstehen sich ihrem Auftrag nach als Seelsorgeräume mit gemeindlichen und thematischen Kirchorten.
Im Jahr 2026 startet die erste Phase der Umsetzung mit der Umschreibung der neuen Kirchengemeinden (Raumschaften). Wie die neuen Kirchengemeinden aussehen können, wird zunächst gemeinsam vor Ort entwickelt, beraten und diskutiert. Dabei werden verschiedene Kriterien wie Bezugspunkte der Menschen vor Ort, bestehende Kooperationen, Unterschiede zwischen Stadt und Land oder Entfernungen zwischen den Kirchorten innerhalb der neuen Kirchengemeinden berücksichtigt. Erste Vorschläge der Kirchengemeinden für die neuen Kirchengemeinden werden Anfang Mai zuerst zu einem Dekanatsvorschlag, dann zu einem diözesanweiten Vorschlag zusammengeführt. Nach weiteren Beratungen und der Klärung noch offener Fragen geben die Gemeinden bis September ihre Voten ab, die fachlich geprüft und Ende November dem Diözesanrat zur Beratung vorgelegt werden. Auf dieser Grundlage entscheidet Bischof Dr. Krämer im Dezember 2026 und die zukünftige Landkarte der Diözese Rottenburg-Stuttgart steht.
Im Januar 2027 beginnt die Phase der die Bildung der neuen Kirchengemeinden, in der die beteiligten Kirchengemeinden gleichberechtigt und gemeinsam für ihre jeweilige neue Kirchengemeinde eine Gründungsvereinbarung erstellen und beschließen.
Nähere Informationen sind auf der Website seelsorge-neue-strukturen.drs.de zu finden.
Räume für eine Kirche der Zukunft
Das Programm „Räume für eine Kirche der Zukunft“ hat das Ziel, alle Gebäude der Diözese zukunftsfähig, gemeinwohlorientiert und finanzierbar weiterzuentwickeln.
Zentral im Programm ist für fast 5.500 Gebäude das gleichnamige Projekt „Räume für eine Kirche der Zukunft“. Das im Jahr 2024 gestartete Projekt hat das Ziel, den beheizten, nicht-sakralen und kirchensteuerfinanzierten Gebäudebestand der Kirchengemeinden um 30 % zu reduzieren, um den verbleibenden Bestand bis 2040 klimaneutral sanieren, gemeinwohlorientiert und sinnvoll nutzen sowie dauerhaft finanzieren zu können. Dazu erarbeiten in einem ersten Schritt Zukunftsausschüsse auf Ebene der Seelsorgeeinheiten Nutzungskonzepte und Vorschläge zur Reduktion des Gebäudebestands durch Verkauf, Vermietung, Verpachtung oder Kooperation. Dabei werden sie von Regionalmanager:innen begleitet. Im Jahr 2026 beginnt die Entscheidungsphase: Die entwickelten Vorschläge werden den Kirchengemeinderäten zur Beschlussfassung vorgelegt und mit den Überlegungen zu den neuen Kirchengemeinden abgeglichen. Parallel dazu werden für die neuen Kirchengemeinden Konzepte für eine sinnvolle und gemeinwohlorientierte Nutzung der verbleibenden Gebäude weiterentwickelt. Hierbei werden sowohl externe Kooperationspartner:innen als auch die sakralen Gebäude einbezogen.
Im Rahmen des Programms „Räume für eine Kirche der Zukunft“ werden außerdem Perspektiven für die über 2.400 katholischen Sakralgebäude in der Diözese und eine bessere Verzahnung mit dem diözesanen Gebäudebestand entwickelt. Projekte und Maßnahmen, die zur Erreichung der Klimaneutralität beitragen wie der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen, die energetische Sanierung von Gebäuden oder die Optimierung von Heizungen, werden fortgeführt. Zusätzlich werden Richtlinien und Ordnungen für den Gebäudebereich novelliert, die für den Gesamtprozess „Kirche der Zukunft“ und für die Erreichung der Klimaschutzziele notwendig sind. Ziel ist es, dass alle Novellierungen mit dem Gesamtprozesse „Kirche der Zukunft“ abgestimmt, schöpfungsfreundlich und zukunftsweisend sind.
Nähere Informationen sind auf der Website https://raeume-kirche-zukunft.drs.de zu finden.
Digitalstrategie
Das Ziel des Programms „Digitalstrategie“ besteht darin, den Digitalisierungsgrad in den Verwaltungsprozessen zu erhöhen und die Zusammenarbeit aller Bereiche in der Diözese zu erleichtern und zu stärken. Dazu sollen Abläufe, Prozesse und Anwendungen in der gesamten Diözese verbessert und stärker standardisiert werden, um mittelfristig eine Entlastung in den Verwaltungstätigkeiten auf allen Ebenen zu erreichen und mehr Zeit für den eigentlichen Auftrag – den Dienst am Menschen – zu schaffen.
In der Erhebungsphase im Jahr 2025 wurden auf verschiedenen diözesanen Ebenen Interviews, Workshops und eine Online-Befragung durchgeführt, um die aktuelle Situation bezogen auf den Stand der Digitalisierung zu ermitteln. Die Ergebnisse der Erhebungsphase bilden die Grundlage für die Digitalstrategie, die im Dezember 2025 verabschiedet wurde.
Im Januar 2026 beginnt die auf fünf Jahre angelegte Umsetzung der Digitalisierungsmaßnahmen. Für das Jahr 2026 sind 12 Projekte geplant, die parallel durchgeführt und unter dem Dach des Programms Digitalstrategie gemeinsam gesteuert werden. Zu den ersten Projekten zählen unter anderem die Digitalisierung und Automatisierung zunächst von einfachen und wiederkehrenden Prozessen, die Verbesserung des Netzwerks, die Stärkung der digitalen Zusammenarbeit und Kommunikation sowie die Einführung einer geschlossenen KI und eines digitalen Dokumentenmanagementsystems. Ein begleitendes Change-Management sorgt dafür, dass alle Beteiligten auf dem Weg zu mehr Digitalisierung gut mitgenommen werden.
Nähere Informationen sind auf der Website https://digitalstrategie.drs.de/ zu finden.
Zentrales Prozessmanagement
Im Oktober 2025 wurde der Beschluss für ein Programm zur Einrichtung eines Zentralen Prozessmanagements gefasst. Ziel ist es, Prozesse einheitlich zu dokumentieren und zu optimieren. Damit leistet das Programm wesentliche Vorarbeiten für die Digitalstrategie sowie ein 2026 startendes Organisationsentwicklungs-Programm, die dokumentierte und optimierte Prozesse zur erfolgreichen Umsetzung benötigen. Ein Teil der Einsparvorschläge aus dem Projekt „Mittelfristige Finanzplanung (Kurie)“ werden in das Programm „Zentrales Prozessmanagement“ übergehen.
Organisationsentwicklung
Im Laufe des Jahres 2026 startet das Programm „Organisationsentwicklung“, das die Bereiche Diözesanverwaltung, mittlere Ebene und kirchliche Einrichtungen umfasst. Erste Vorarbeiten für das Programm laufen bereits. Auch die Programme „Zentrales Prozessmanagement“ und „Digitalstrategie“ leisten hierfür wichtige Vorarbeiten. Ebenso werden Ergebnisse aus der Mittelfristigen Finanzplanung (Kurie) in die Organisationsentwicklung überführt.



